Beiträge

Am Anfang steht der Schmerz

 

Fibromyalgie beginnt mit vielfältigen Schmerzen, die sich über den ganzen Körper erstrecken, ohne dass eine schmerzerzeugende Ursache zu finden ist. Dem Schmerzen folgen weitere unerträgliche  „begleitende Symptome“ wie Schlafstörungen, Erschöpfung und unterschiedliche „psychische Symptome“ wie Konzentrationsstörungen, Schwindel, Ängste, Stressempfindlichkeit, Panikattacken, Depressionen etc. Die Begleitsymptome werden als psychische Folge gewertet, welche aufgrund der chronischen Schmerzen entstehen.

„Wie aber kann die Psyche von Millionen der Betroffenen  ausnahmslos die gleichen Symptomkomplexe  in nahezu gleicher Reihenfolge erzeugen? Wie kann es sein, dass die Leidensgeschichten der Betroffenen sich gleichen, wie ein Ei dem anderen? Diese Fragen bleiben in der Schmerzmedizin unzureichend beantwortet.

In der Praxis werden die Schmerzen von Schmerzmediziner behandelt, die „psychischen Symptome“ sollen die Betroffenen mit Hilfe einer Psychotherapie bearbeiten. Nach ca. 30 Jahren Praxis kann festgestellt werden, dass weder die Schmerzmedizin noch die Psychotherapie das Beschwerdebild der Fibromyalgie zufriedenstellend  bessern und aufhalten können.

Psychotherapie kann den Umgang mit einer unheilbaren Diagnose im Alltag unterstützen. Sie kann helfen, die Trauer um die zahlreichen Verluste wie Arbeitsplatzverlust, Verlust von Freunden und Partnern,  den Verlust von Gesundheit und Teilhabe am Leben zu verarbeiten. Aber Psychotherapie kann nicht die Schmerzen und andere Symptome nehmen.

Psychotherapie kann den fortschreitenden Verlauf der Fibromyalgie nicht stopp en, weil die Ursachen der Symptome  nicht psychisch sind. Die Schmerzmedizin kann  es ebenfalls nicht, weil die Schmerzen nicht Ursache sondern  Folge von organischen Störungen sind.

Ärzte werden hilflos bleiben, solange sie an der unbewiesenen Theorie festhalten, dass die Fibromyalgie ursächlich eine Schmerzverarbeitungsstörung ist. Die symptomatische Behandlung ist wichtig, denn sie entlastet und hilft den Wahnsinn Fibromyalgie zu ertragen. Mal besser, mal schlechter. Das ist einiges, aber nicht genug!

Grundsätzlich ist es an der Zeit die bestehende Praxis, ihre Therapiemethoden und die zugrunde liegende Theorie zu hinterfragen. Es ist an der Zeit Bilanz zu ziehen, was in den letzten 30 Jahren hilfreich war und was nicht. Es ist Zeit umzudenken und die tatsächlichen Ursachen zu suchen.

Die Zeit drängt, denn die Fibromyalgie verbreitet sich wie eine Epidemie.