Hashimoto gilt als gut behandelbar

Folge 5: Die richtige Behandlung von Hashimoto

Hashimoto gilt als gut behandelbar, was nur stimmt, wenn die Erkrankung früh erkannt wird und Folgeerkrankungen noch nicht entstanden sind. Folgeerkrankungen sind Unterzuckerungen, Blutzuckerschwankungen zwischen zu hoch und zu tief und Diabetes II. Einengungen von Sehnen und Bändern: Karpaltunnelsyndrom, Tennisarm, Golfarm, Schultersyndrom und Probleme mit HWS und LWS. Diese Folgeerscheinungen gelten auch für chronische Unstimmigkeiten im Blutzucker.

Hashimoto hat unterschiedliche Verläufe. Ein schneller, gradliniger Verlauf führt früh in die Unterfunktion und kann daher zeitnah, innerhalb von 7-15 Jahren erkannt werden. Es gibt aber auch sehr langsame Verläufe, in denen der Betroffene zwischen Überfunktion, Unterfunktion und Normalfunktion hin und her springt. Hier kann es bis zu 45 und mehr Jahren dauern, bis die Erkrankung festgestellt wird. Innerhalb dieser Zeit haben sich einige Folgeerkrankungen entwickelt, was eine gute und schnelle Behandlung erschwert.

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, welche schleichend die Schilddrüse zerstört, was zu hormonellen Problemen führt. Krank ist das Immunsystem, die hormonelle Problematik der Schilddrüse ist eine erste Folge des entgleisten Immunsystems. Unsere Schulmedizin behandelt nur die fehlenden Hormone der immer weiter schrumpfenden Schilddrüse. Das Immunsystem, die eigentliche Ursache, wird nicht behandelt und zerstört mit Entzündungsschüben weiterhin die Schilddrüse. Eine stetige Erhöhung der Schilddrüsenhormone ist notwendig, bis die Schilddrüse ihre Arbeit aufgegeben hat.

Meinen Hashimoto habe ich nach 45 Jahren selbst entdeck und ich gehörte zu der Gruppe Patienten, die trotz Schilddrüsenhormone unter vielen Symptomen weiter litt, die sich kein Arzt erklären konnte. Also machte ich mich wieder auf die Suche nach den Ursachen und zwar bei Hashimoto-Betroffenen, die über diese Problematik publiziert haben. Dort erfuhr ich folgendes:

Mit Schilddrüsenhormonen kann, je nach Dosierung, jeder TSH-Wert eingestellt werden, den der Arzt für richtig hält. Dieser orientiert sich an den Normwerten, die heute zwischen 0,3-3 liegen, manchmal auch noch zwischen 0,3-4. Meine Ärztin wollte mich auf TSH 3 einstellen, da ich sehr untergewichtig war, mich aber wieder in eine Unterfunktion gestürzt hätte.  Die funktionelle Medizin aus Amerika hat erforscht, dass jeder Mensch auch im TSH-Wert einen eigenen Wohlfühlwert hat, der von vielen Faktoren abhängt. Diese sind die täglichen Belastungen, vorhandene Knoten, Stress etc. Als ich von Nachtarbeit auf Tagesarbeit umstellte, musste ich auch die Schilddrüsenhormone um 25 mcg senken, da meine tägliche Belastung dauerhaft reduziert wurde. Lt. der Funktionellen Medizin liegt der TSH-Normwert in der Regel zwischen 1-2, was ich auch bestätigen kann.

Der erste Grund, warum es mir trotz Hormonbehandlung sehr schlecht ging, war die Anfangsdosis von 50 mcg L-Thyroxin. Wer lange in der Unterfunktion war, muss die Hormone langsam steigern, sonst kommt der Körper in eine Überfunktion, obwohl der Blutwert im grünen Bereich ist.

Der zweite Grund war, dass mein tatsächlicher Bedarf (Wohlfühlwert) noch unbekannt war. Daher stellte ich meinen TSH zunächst mit 75 mcg auf 1 ein und meine Symptome verschwanden im Laufe von zwei Jahren vollkommen. Diese Dosis hielt ich, bis nach zwei Jahren wieder leichte Unterfunktionssymptome auftraten. Mein TSH war 1,8, ein guter Wert, aber nicht für mich. Vermutlich, weil ich einen großen Knoten habe, der auch Schilddrüsenhormone verbraucht, um verkleinert zu werden, die mir aber fehlten. Ich erhöhte um ¼ einer 25 mcg Tablette, die Symptome verschwanden, mein TSH rutschte kurzfristig auf 0,3, verursachte aber keine Überfunktionssymptome. Jetzt weiß ich, mein jetziger symptomfreier Wohlfühlwert liegt zwischen 0,3 und 1,8. Dieser kann sich aber jederzeit etwas verschieben, wenn der Knoten aufgelöst ist, oder wenn sich meine tägliche Belastung verändert.

Ich orientiere mich also nach einigen Erfahrungswerten an den Symptomen und den TSH Normwerten zwischen 1-2, die nur leicht unter oder überschritten werden sollten, was ich von den Symptomen abhängig mache. Innerhalb von wenigen Wochen pendelt sich mein TSH-Wert von selbst wieder von 0,3 wieder auf 1 oder etwas höher ein.

Der dritte Grund war eine Fehleinschätzung. Ich hatte die liberale Diät von Dr. Amand aufgegeben, weil ich dachte, das Zuckerproblem würde sich durch eine gute Einstellung der Schilddrüse auflösen, da es ja eine Folge der Hormonstörung war. Das war ein Fehler und sämtliche Zuckersymptome kehrten zurück. Schlimmer noch, meine Blutzuckerschwankungen hatten sich zu einem Diabetes entwickelt, den ich seit 7 Jahren mit der strengen Diät von Dr. Amand in Schach halten kann. Aber ich bin symptomfrei.

Merke:

  • Hashimoto gilt als gut behandelbar, aber in vielen Fällen gelingt es nicht. Ein spät erkannter Hashimoto zieht Folgeerkrankungen nach sich, z. B. Blutzuckerstörungen oder Diabetes. Diese sind eigenständige Erkrankungen, die unabhängig von Hashimoto behandelt werden müssen.
  • Das Immunsystem wird bei Hashimoto nicht behandelt, das aber auch für einige Symptome verantwortlich ist. Auf die Behandlung des Immunsystems gehe ich in meinen folgenden Artikeln detailliert ein.
  • Die schulmedizinischen TSH-Normwerte von o,3-3 oder 4 sind in den oberen Werten falsch. In der Regel liegt der TSH-Wohlfühlwert zwischen 1-2. Ab TSH 2,5 ist eine latente Unterfunktion möglich, was von den Ärzten nicht beachtet wird.
  • Schilddrüsenhormone sollten langsam eingeschlichen werden, da eine zu hohe Dosis Überfunktionssymptome auslösen kann, während das Blutbild im Normalbereich ist. Die Orientierung nach den Symptomen ist wirkungsvoller, als die Orientierung an den falschen TSH Normwerten. Diese liegen zwischen 1-2, was die richtige Orientierungshilfe ist.
  • Die benötigte Hormondosis kann sich durch Veränderungen im Körper oder in den Lebensumständen verändern. Hashimoto Betroffene sollten bei einer Hormonbehandlung immer mitdenken und ihre individuelle Situation einbeziehen.

Weitere Informationen: http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/category/hashimoto-und-andere-unterfunktionen-der-schilddruese/