Das Fibromyalgie Syndrom

Folge 6: Das Fibromyalgie Syndrom

Seit ich meinen Hashimoto und die Folgeerkrankungen entdeckt habe, sind meine Fibromyalgie Symptome im Laufe von zwei Jahren verschwunden. Ab und zu, in großen Abständen kommen Schübe, die sehr erträglich und nur kurzzeitig sind. Ich weiß, was ich habe, und dass es wieder gut wird. Aber nicht jeder, der Fibromyalgie hat, leidet unter Hashimoto. Hashimoto ist nur eine der vielen Autoimmunerkrankungen, die hinter den Symptomen der Fibromyalgie stecken können. Was haben also die anderen Betroffenen?

Vor Jahren bin ich mit der Überzeugung angetreten, dass hinter den Fibromyalgie Symptomen unterschiedliche Erkrankungen stecken können, die nicht gefunden werden. Zum einen werden nicht alle ähnlichen Erkrankungen ausgeschlossen. Zum anderen, werden bei FMS nicht nach anderen Ursachen sucht. Mir ist aufgefallen, dass die Bezeichnung Fibromyalgie Syndrom (FMS) medizinisch gesehen keine Diagnose, sondern eine Reihe von vielfältigen Symptomen, also nur ein Syndrom beschreibt. Es könnte sein, dass die Betrachtung, Fibromyalgie sei eine eigenständige Krankheit, einen gravierenden Denkfehler darstellt, der richtige Therapien verhindert.

Folglich trennte ich die Symptome von der Krankheit Fibromyalgie und recherchierte, auf welche bekannten Erkrankungen diese hinweisen könnten. Über meine Autoimmunerkrankung weiß ich, dass es allgemeine und spezifische Symptome einer Autoimmunerkrankung gibt. Die allgemeinen Symptome treffen auf JEDE Autoimmunerkrankung zu, die spezifischen Symptome sind davon abhängig, um welche Autoimmunerkrankung es sich handelt. Bei Hashimoto kommen hormonelle und neurologische Symptome hinzu. Die allgemeinen Symptome einer Autoimmunerkrankung treffen auf die Kardinalsymptome der FMS zu und sehr viele FMS Betroffene haben eine Autoimmunerkrankung.

Von Dr. Amand habe ich gelernt, dass Unterzuckerungen aufgrund von Blutzuckerschwankungen oder Diabetes viele Symptome der FMS erklären und durch eine kohlenhydratarme Diät beseitigt werden können. Nach Amand und auch nach meinen Erfahrungen haben fast alle FMS Betroffene unerkannt mit diesem Problem zu kämpfen. Ist ein Diabetes vorhanden, der nicht richtig eingestellt ist, stehen hormonelle und neurologische Symptome im Vordergrund, die alle im FMS Syndrom beschrieben sind. Ist eine Schilddrüse nicht optimal eingestellt, bleiben weiterhin viele FMS Symptome vorhanden (S. Folge 5), was zu Doppeldiagnosen wie Hashimoto und FMS führt. Auch Stoffwechselstörungen wie Gicht, Kryptopyrrolurie, selten auch Erreger wie Borreliose und Herpesviren können FMS Symptome hervorrufen.

Heute gehe ich davon aus, dass Fibromyalgie keine eigenständige Krankheit ist. Vielmehr sind es unterschiedliche Erkrankungen, die einander im Laufe der Zeit bedingen und so zu einer stetigen Verschlechterung der Gesundheit führen. Diese Krankheiten sind nicht heilbar, aber einzeln durchaus therapierbar, sodass eine wesentlich bessere Lebensqualität erreicht werden kann.

Hinter den FMS Symptomen stecken mehrere Ursachen: Eine Autoimmunerkrankung, ein bis zwei hormonelle Störungen oder Stoffwechselerkrankungen, die von Funktionsstörungen des Nervensystems begleitet werden.

Die Ursachen der FMS sind in Immun-Nerven- und Hormonsystem zu finden. Es sind unterschiedliche und mehrere Erkrankungen in diesen Bereichen, die aber systemisch verbunden sind und den ganzen Körper krankmachen. Die gleichen Bereiche erklären die gemeinsamen Symptome der FMS. Die unterschiedlichen Erkrankungen erklären die individuellen Unterschiede der FMS.

Hashimoto gilt als gut behandelbar

Folge 5: Die richtige Behandlung von Hashimoto

Hashimoto gilt als gut behandelbar, was nur stimmt, wenn die Erkrankung früh erkannt wird und Folgeerkrankungen noch nicht entstanden sind. Folgeerkrankungen sind Unterzuckerungen, Blutzuckerschwankungen zwischen zu hoch und zu tief und Diabetes II. Einengungen von Sehnen und Bändern: Karpaltunnelsyndrom, Tennisarm, Golfarm, Schultersyndrom und Probleme mit HWS und LWS. Diese Folgeerscheinungen gelten auch für chronische Unstimmigkeiten im Blutzucker.

Hashimoto hat unterschiedliche Verläufe. Ein schneller, gradliniger Verlauf führt früh in die Unterfunktion und kann daher zeitnah, innerhalb von 7-15 Jahren erkannt werden. Es gibt aber auch sehr langsame Verläufe, in denen der Betroffene zwischen Überfunktion, Unterfunktion und Normalfunktion hin und her springt. Hier kann es bis zu 45 und mehr Jahren dauern, bis die Erkrankung festgestellt wird. Innerhalb dieser Zeit haben sich einige Folgeerkrankungen entwickelt, was eine gute und schnelle Behandlung erschwert.

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, welche schleichend die Schilddrüse zerstört, was zu hormonellen Problemen führt. Krank ist das Immunsystem, die hormonelle Problematik der Schilddrüse ist eine erste Folge des entgleisten Immunsystems. Unsere Schulmedizin behandelt nur die fehlenden Hormone der immer weiter schrumpfenden Schilddrüse. Das Immunsystem, die eigentliche Ursache, wird nicht behandelt und zerstört mit Entzündungsschüben weiterhin die Schilddrüse. Eine stetige Erhöhung der Schilddrüsenhormone ist notwendig, bis die Schilddrüse ihre Arbeit aufgegeben hat.

Meinen Hashimoto habe ich nach 45 Jahren selbst entdeck und ich gehörte zu der Gruppe Patienten, die trotz Schilddrüsenhormone unter vielen Symptomen weiter litt, die sich kein Arzt erklären konnte. Also machte ich mich wieder auf die Suche nach den Ursachen und zwar bei Hashimoto-Betroffenen, die über diese Problematik publiziert haben. Dort erfuhr ich folgendes:

Mit Schilddrüsenhormonen kann, je nach Dosierung, jeder TSH-Wert eingestellt werden, den der Arzt für richtig hält. Dieser orientiert sich an den Normwerten, die heute zwischen 0,3-3 liegen, manchmal auch noch zwischen 0,3-4. Meine Ärztin wollte mich auf TSH 3 einstellen, da ich sehr untergewichtig war, mich aber wieder in eine Unterfunktion gestürzt hätte.  Die funktionelle Medizin aus Amerika hat erforscht, dass jeder Mensch auch im TSH-Wert einen eigenen Wohlfühlwert hat, der von vielen Faktoren abhängt. Diese sind die täglichen Belastungen, vorhandene Knoten, Stress etc. Als ich von Nachtarbeit auf Tagesarbeit umstellte, musste ich auch die Schilddrüsenhormone um 25 mcg senken, da meine tägliche Belastung dauerhaft reduziert wurde. Lt. der Funktionellen Medizin liegt der TSH-Normwert in der Regel zwischen 1-2, was ich auch bestätigen kann.

Der erste Grund, warum es mir trotz Hormonbehandlung sehr schlecht ging, war die Anfangsdosis von 50 mcg L-Thyroxin. Wer lange in der Unterfunktion war, muss die Hormone langsam steigern, sonst kommt der Körper in eine Überfunktion, obwohl der Blutwert im grünen Bereich ist.

Der zweite Grund war, dass mein tatsächlicher Bedarf (Wohlfühlwert) noch unbekannt war. Daher stellte ich meinen TSH zunächst mit 75 mcg auf 1 ein und meine Symptome verschwanden im Laufe von zwei Jahren vollkommen. Diese Dosis hielt ich, bis nach zwei Jahren wieder leichte Unterfunktionssymptome auftraten. Mein TSH war 1,8, ein guter Wert, aber nicht für mich. Vermutlich, weil ich einen großen Knoten habe, der auch Schilddrüsenhormone verbraucht, um verkleinert zu werden, die mir aber fehlten. Ich erhöhte um ¼ einer 25 mcg Tablette, die Symptome verschwanden, mein TSH rutschte kurzfristig auf 0,3, verursachte aber keine Überfunktionssymptome. Jetzt weiß ich, mein jetziger symptomfreier Wohlfühlwert liegt zwischen 0,3 und 1,8. Dieser kann sich aber jederzeit etwas verschieben, wenn der Knoten aufgelöst ist, oder wenn sich meine tägliche Belastung verändert.

Ich orientiere mich also nach einigen Erfahrungswerten an den Symptomen und den TSH Normwerten zwischen 1-2, die nur leicht unter oder überschritten werden sollten, was ich von den Symptomen abhängig mache. Innerhalb von wenigen Wochen pendelt sich mein TSH-Wert von selbst wieder von 0,3 wieder auf 1 oder etwas höher ein.

Der dritte Grund war eine Fehleinschätzung. Ich hatte die liberale Diät von Dr. Amand aufgegeben, weil ich dachte, das Zuckerproblem würde sich durch eine gute Einstellung der Schilddrüse auflösen, da es ja eine Folge der Hormonstörung war. Das war ein Fehler und sämtliche Zuckersymptome kehrten zurück. Schlimmer noch, meine Blutzuckerschwankungen hatten sich zu einem Diabetes entwickelt, den ich seit 7 Jahren mit der strengen Diät von Dr. Amand in Schach halten kann. Aber ich bin symptomfrei.

Merke:

  • Hashimoto gilt als gut behandelbar, aber in vielen Fällen gelingt es nicht. Ein spät erkannter Hashimoto zieht Folgeerkrankungen nach sich, z. B. Blutzuckerstörungen oder Diabetes. Diese sind eigenständige Erkrankungen, die unabhängig von Hashimoto behandelt werden müssen.
  • Das Immunsystem wird bei Hashimoto nicht behandelt, das aber auch für einige Symptome verantwortlich ist. Auf die Behandlung des Immunsystems gehe ich in meinen folgenden Artikeln detailliert ein.
  • Die schulmedizinischen TSH-Normwerte von o,3-3 oder 4 sind in den oberen Werten falsch. In der Regel liegt der TSH-Wohlfühlwert zwischen 1-2. Ab TSH 2,5 ist eine latente Unterfunktion möglich, was von den Ärzten nicht beachtet wird.
  • Schilddrüsenhormone sollten langsam eingeschlichen werden, da eine zu hohe Dosis Überfunktionssymptome auslösen kann, während das Blutbild im Normalbereich ist. Die Orientierung nach den Symptomen ist wirkungsvoller, als die Orientierung an den falschen TSH Normwerten. Diese liegen zwischen 1-2, was die richtige Orientierungshilfe ist.
  • Die benötigte Hormondosis kann sich durch Veränderungen im Körper oder in den Lebensumständen verändern. Hashimoto Betroffene sollten bei einer Hormonbehandlung immer mitdenken und ihre individuelle Situation einbeziehen.

Weitere Informationen: http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/category/hashimoto-und-andere-unterfunktionen-der-schilddruese/

Schilddrüsenunterfunktionen

Folge 4: Schilddrüsenunterfunktionen

Fibromyalgie und Schilddrüsenunterfunktionen sind Erkrankungen, die sehr oft miteinander verwechselt werden. D.h., genau betrachtet werden Schilddrüsenunterfunktionen mit der Fibromyalgie verwechselt und nicht umgekehrt. Doch nun geht es weiter mit meiner Forschungsgeschichte:

Nachdem mein Blutzuckerspiegel dauerhaft wieder stabil war, ging es mir einerseits sehr viel besser. Die Kraftlosigkeit hatte sich etwas gebessert, mein Antrieb war wieder spürbar. Die Muskelschmerzen- und Verspannungen waren nur noch im Schulterbereich zu merken. Der Fibro-Nebel: Konzentrations- Orient,ierungs- und Merkfähigkeitsstörungen, Schwindel, Migräne und vieles mehr waren verschwunden. Auch meine Polyneuropathie: Hexenschuss, Ischias, Arme und Schultern verbesserten sich ca. um 50% und wurden nicht mehr akut.

Andererseits wurden die verbliebenen Symptome weiterhin schlechter: Mangelnde Belastbarkeit, unzureichende Stresstoleranz, Haarausfall an Kopf und Körper, auch die Augenbrauen verabschiedeten sich. Muskel-und Gelenkschmerzen, Tremor in den Händen, Armen, Füßen und Beinen. Muskelkrämpfe in Waden, Fußzehen und Brustmuskeln. Mitte 40 litt ich unter der „Schaufensterkrankheit“, die nur alte Menschen befällt. Meine Beine fühlten sich nach einer kurzen Wegstrecke wie Fleischklumpen an, die nicht zu mir gehörten. Aufgedunsen, doppelt so dick, als würden sie gleich platzen. Bei weiterer Belastung wurde es so schmerzhaft, dass ich immer wieder stehen bleiben und mich ausruhen musste. Das Einzige, das half, war die Beine hochlegen zu können, was nicht in jeder Situation ging. Zeitweise brannte meine Haut wie Feuer und Berührungen waren kaum erträglich. Außerdem litt ich an ständig wiederkehrenden blutigen Blasen- und Nierenbeckenentzündungen, die auf keine Antibiotika reagierten. Meine Augen schwollen täglich zu und eine bleierne Müdigkeit trieb mich von einer Erschöpfung in die Andere. Eine richtige Erholung war nicht mehr möglich.

Hier ist noch eine andere Krankheit im Spiel, dachte ich. Noch durfte ich mich nicht zurücklehnen und ausruhen, ich musste weiter forschen. Vier hormonelle Vorgänge standen noch zur Option: Schilddrüse, Sexualhormone, Gehirnstoffwechsel und die Nebennieren bzw. die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennieren-Achse (HHNA), die für die Stressantwort verantwortlich ist.

Ich entschied mich für die Schilddrüse, weil die verbliebenen Symptome und meine Familiengeschichte auf sie hindeuteten:

  1. Meine Mutter hat Morbus Basedow, eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung
  2. Ich hatte in jungen Jahren einen Knoten in der Schilddrüse, der mit L-Thyroxin behandelt wurde.
  3. Alle Symptome, die nach der Einstellung des Blutzuckers übrig waren, deuteten auf Hashimoto.
  4. Ich hatte eine Störung im Blutzucker, ohne der Risikogruppe anzugehören. Sie Schilddrüse ist an der Regulierung des Blutzuckers entscheidend beteiligt und umgekehrt.

Mein Orthopäde, dem eine Schwellung an der rechten Seite meines Halses aufgefallen war, bestand darauf, ein Blutbild zu machen. Ich erhielt das beste Blutbild meines Lebens, selbst der TSH von 4,18 ml/U/l lag unterhalb der damaligen Grenznorm von 5,50 ml/U/l. Heute weiß man, dass die Grenzwerte des TSH viel zu hochgesteckt waren. Ab 2,5 ml/U/l kann eine latente Unterfunktion vorliegen. Dennoch gehen immer noch viele Ärzte von 3 ml/U/l als oberen Grenzwert aus, der für viele Patienten schon zu hoch ist. Mein Arzt ließ sich erweichen, nachdem ich ihn bildlich auf Knien anflehte, die Antikörper auf Hashimoto zu testen. Das Ergebnis war positiv, ich hatte keine Fibromyalgie, sondern Hashimoto! Die Ursache meiner Symptome war gefunden.

In der Nuklearmedizin stellte man 14 Tage später fest, dass ich linksseitig nur noch ¼ Schilddrüsengewebe besaß, der rechte Schilddrüsenlappen war vollständig weg und wurde von einem gleichgroßen Knoten ersetzt, der sich mit Wasser gefüllt hatte. Das Szintigramm ergab 40 % Schilddrüsentätigkeit, obwohl der TSH mit 1,8 ml/U/l und auch die Schilddrüsenhormone normale Werte aufwiesen. Ich bekam 50 mcg L-Thyroxin und glaubte gerettet zu sein. Stattdessen begann eine lange Leidenszeit, denn Hashimoto ist auch eine Krankheit, die von Ärzten nicht ernst genommen und so gut wie gar nicht begleitet wird. Nicht selten kommt es vor, dass ein Patient mit seiner 50 mcg Dosis L-Thyroxin heimgeschickt und erst ein Jahr später zur Kontrolle einbestellt wird. Angeblich sollen sich die Symptome von Hashimoto mit der Hormonbehandlung vollständig zurückbilden und die Arbeitsfähigkeit schnell wiederhergestellt sein. Aber zu dieser Kategorie gehörte ich leider zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Merke:

  1. Hinter den Fibromyalgie-Symptomen stecken in der Regel zwei bis mehr Erkrankungen aus dem hormonellen, neurologischen und immunologischen Bereich. Hashimoto und Blutzuckerstörungen sind zwei von vielen möglichen Kombinationen.
  2. Hinweise geben die Familiengeschichte und eigene Vorerkrankungen. Die Anlage, eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln ist erblich, aber welche Autoimmunerkrankung sich entwickelt, ist unterschiedlich.
  3. Hashimoto ist nicht im Blut erkennbar, obwohl die Schilddrüsentätigkeit schon stark reduziert ist. Eine Untersuchung in der Nuklearmedizin ist daher unerlässlich. Aber auch dort wird Hashimoto nicht gleich nach der ersten Untersuchung gefunden. Hashimoto kann niemals ausgeschlossen und nur durch Antikörper bestätigt werden. Diese sind häufig nicht oder erst Jahrzehnte nach Ausbruch der Erkrankung vorhanden.
  4. Die Normwerte für den TSH sind oft falsch, denn je nach Labor wird nach unterschiedlichen Normwerten gearbeitet. Ab 2,5 ml/U/l kann eine latente Unterfunktion vorliegen, was niemals beachtet wird.
  5. Hashimoto gehört zu den Stiefkindern der Medizin und wird nicht ausreichend medizinisch überwacht und begleitet. Auch bei der Stellung eines Rentenantrags oder einer Schwerbehinderung wird Hashimoto nicht berücksichtigt. Ein schlecht eingestellter Hashimoto kann weiterhin für schwerwiegende Symptome sorgen, die zu der Doppeldiagnose Hashimoto-Fibromyalgie führen. Dass alle Formen der Schilddrüsenunterfunktion bei Fibromyalgie zu den Ausschluss Kriterien gehören, scheint kein Arzt mehr zu wissen.

http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/category/hashimoto-und-andere-unterfunktionen-der-schilddruese/

 

 

Hypoglykämie, eine übersehene Krankheit mit unheilbaren Folgen

Exkurs zu Folge 3: Praktische Tipps zu Hypoglykämie

Hypoglykämie, die übersehene, verkannte Krankheit mit unheilbaren Folgen

Mit der Hypoglykämie (Unterzuckerung) hatte ich mit Hilfe von Dr. Amand eine Krankheit gefunden, die in der Schulmedizin faktisch gar nicht existiert, für viele Fibromyalgie Symptome verantwortlich ist und im Blutbild erst Jahrzehnte später als Diabetes sichtbar wird.

Die Hypoglykämie kann bei einigen Betroffenen die Ursache, die Grunderkrankung sein, z.B. bei Betroffenen, mit der Doppeldiagnose Diabetes und Fibromyalgie. Auch bei Männern steht der schwankende Blutzucker oft im Vordergrund der Beschwerden, die ab dem 35. Lebensjahr aufwärts (kann auch im Einzelfall früher sein) auftreten. Blutzuckerprobleme sind aber häufiger die Folge einer anderen Erkrankung, die zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes „Fibromyalgie“ führen. Denn die meisten Fibromyalgie-Erkrankungen beginnen in der Jugend, vereinzelt auch im Kindesalter, mit einem fortschreitenden Charakter.

Merke:

  • Je älter der Betroffene bei dem Auftreten der Fibromyalgie-Symptomen ist, desto wahrscheinlicher ist ein Blutzuckerproblem ursächlich beteiligt. Jungen Menschen mit Fibromyalgie Symptomen, aber auch jedem Betroffenen, empfehle ich, mindestens auf Zucker und Weißmehl zu verzichten, was viele weitere Symptome und einen späteren Diabetes verhindern kann. Den Blutzucker dauerhaft zwischen 70-126 mg/Deziliter zu halten, garantiert mehr Lebensqualität und Symptomfreiheit.
  • Bei Hypoglykämie hat sich die Schulmedizin nicht nur um 20 mg/Deziliter nach unten und nach oben in den Normwerten vertan. Denn irgendwo zwischen 70 mg/Deziliter und weniger und zwischen 126 mg/Deziliter und mehr, entstehen die Symptome der Fibromyalgie, die eigentlich Diabetes-Symptome sind. Die Schulmedizin schweigt sich auch konsequent über 20 Jahre und mehr aus, die Hypoglykämie braucht, um sich zu einem Diabetes zu entwickeln. Vorbeugen ist besser, als leiden.
  • Anzeichen für eine Hypoglykämie zeigen Betroffene, die nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten, zwei Stunden später, bzw. generell alle zwei Stunden wieder essen müssen. In diesem Stadium wird Hypoglykämie chronisch und die Ampel für Diabetes steht auf Gelb.
  • Kritisch ist auch, wenn der Hunger Betroffene plötzlich überfällt und sofort etwas Essbares in der Nähe sein muss, um die klassischen Symptome wie Zittern, Panik, Schweißausbruch, zu vermeiden. In diesem Stadium wird Hypoglykämie chronisch.
  • Betroffene, die unter dem gefürchteten Fibro-Nebel leiden, können dieses Symptom mit einer kohlenhydratarmen Nahrung für immer verschwinden lassen.
  • Es kann auch passieren, dass das Sättigungsgefühl und/oder das Hungergefühl verloren geht und endlos gegessen oder gehungert werden kann. Hier hilft, die normalen, gewohnten Portionen, vom Kopf gesteuert, zu essen. Nach ein paar Tagen, setzt das Sättigungsgefühl bzw. Hungergefühl wieder ein.
  • Schwere Hypoglykämie besteht, wenn man, in der Regel in den frühen Morgenstunden zwischen 2 Uhr-5 Uhr aufschreckt, zitternd und schweißgebadet im Bett liegt und sich unfähig fühlt aufzustehen. Versucht man es dennoch, kann es zu einer kurzen Ohnmacht kommen, bis das Adrenalin den Blutzuckerspiegel wieder anhebt oder etwas Zuckerhaltiges gegessen wurde. Ärzte, die Hypoglykämie als Krankheit abstreiten sagen, dass diese Ohnmachtsanfälle nur bei insulinpflichtigen Diabetikern vorkommen, wenn sie sich zu viel Insulin gespritzt haben. Das stimmt nicht, es kommt aber nur sehr selten vor und endet nicht tödlich, auch wenn man sich so fühlt.
  • Nach der hormonellen Achterbahnfahrt Hypoglykämie folgt ein Stadium, indem der Blutzucker im Durchschnitt zu hoch ist, was irgendwann im Blutbild auch ersichtlich wird. Der Prä-Diabetes ist erreicht und die Diabetes-Ampel steht auf Rot. Wer hier nicht die Kohlenhydrate dem vorhandenen Insulin entsprechend runter schraubt, steuert sehenden Auges in den Diabetes.
  • Ein Diabetes kann in jedem Vorstadium mit einer entsprechenden Diät gestoppt werden!!! Dennoch gilt: Je früher, desto besser. Ein sehr hoher Prozentsatz der Fibrolmyalgiebetroffenen leidet auch unter Störungen des Blutzuckers und wissen es nicht!!!

Nachdem ich das Zuckerproblem gelöst hatte, schwammen immer noch gravierende Symptome in meinem Suppentopf, die nicht zum Blutzuckerstoffwechsel gehörten. Ich erinnere hier an weitere Hormonachsen: Schilddrüse, Nebennieren, Sexualhormone und Gehirnstoffwechsel, mit denen ich mich in den nächsten Folgen beschäftigen werde. Denn jede Hormonachse kann bei Störungen zu Fibromyalgie Symptomen führen. Die Blutzuckersymptome sind eine der wenigen Gemeinsamkeiten bei „Fibromyalgie“. Ab hier kocht jeder sein eigenes Süppchen, d.h. jetzt kommen unterschiedliche Krankheiten als Grunderkrankung in Frage.

Vertiefende Infos: http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/category/hypoglykaemie-blutzuckerschwankungen-diabetes/

HYPOGLYKÄMIE UND FIBROMYALGIE

Exkurs zu Folge 3

DIE ROLLE DER UNTERZUCKERUNG, BLUTZUCKERSCHWANKUNGEN UND DIABETES BEI FIBROMYALGIE

DIAGNOSE HYPOGLYKÄMIE

Bitte stellen Sie sich die Diagnose Fibromyalgie als einen großen Suppentopf vor, indem mehr als 130 Symptome umherschwimmen, die der Fibromyalgie zurechnet werden. Amand hat festgestellt, dass viele dieser Symptome (ca. 30), der Hypoglykämie, der Insulinresistenz und dem Diabetes zugeordnet werden können, die mit einer kohlenhydratarmen Diät verschwinden. Das heißt auch, dass etliche Symptome aus dem Suppentopf der Fibromyalgie verschwinden. Sie gehören nicht zur „Fibromyalgie“, sondern zu Erkrankungen des Blutzuckerstoffwechsels, die gut behandelbar sind.

Die Diagnose Hypoglykämie wird gestellt, wenn der Blutzucker während eines fünfstündigen Blutzuckerbelastungstest unter 50 mg/Deziliter fällt. Die Hypoglykämie zeigt sich, sofern sie da ist, in der vierten Stunde, mit einem krassen Blutzuckerabfall unter 50 mg/Deziliter. Der Normwert des Blutzuckers liegt zwischen 70-100 mg/Deziliter. So die Lehrmeinung.

In der Praxis beobachtete Dr. Amand, dass die meisten Fibromyalgie-Betroffenen über die Symptome der Hypoglykämie klagten, aber im Belastungstest noch einen Blutzucker zwischen 60-70 mg/Deziliter hatten. 58 mg/Deziliter war der niedrigste Wert, den Amand messen konnte, denn unser Körper hat ein Notfallaggregat. Sinkt der Blutzucker zu schnell und stark ab, wird der Körper mit Adrenalin überflutet, das den Blutzuckerspiegel sekundenschnell hebt, was aber mit heftigen Symptomen wie Zittern, Angst oder Panik einhergeht.

Dieser Adrenalinschub stimmt aber nicht mit einem bestimmten Blutzuckerwert überein, sondern kommt bei jeder Person zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt. Amand folgerte daraus, dass jeder Mensch seinen eigenen Wohlfühl-Blutzuckerwert hat, der nicht unterschritten werden darf, da sonst die Symptome der akuten Hypoglykämie auftreten. Seitdem orientiert sich Amand nicht mehr nach den Zuckerwerten, sondern nach den Symptomen.

An mir hätte Dr. Amand seine helle Freude gehabt, denn nach der vierten Stunde meines Belastungstests war mein Blutzucker 44 mg/Deziliter. Zehn Minuten später kämpfte ich gegen eine Ohnmacht an, die nur mit einem Glas Fruchtsaft verhindert werden konnte. Die erschrockenen Laborantinnen hatten so etwas nach 33 Jahren Berufspraxis noch nicht erlebt, aber die DKD Wiesbaden bescheinigte mir einen intakten, unauffälligen Blutzuckerstoffwechsel. „Das passiert fast jedem“, wurde mir beruhigend erklärt. Eine glatte Lüge, wie Amands Erkenntnisse und die Reaktion der Laborantinnen belegen. Ohne die Diät von Amand, wäre ich auf ca. 30 meiner Symptome sitzen geblieben. Die Hypoglykämie nach Lehrbuch kann nur sehr selten nachgewiesen werden, ist in den Köpfen der Ärzte nicht präsent, wird verharmlost, ignoriert oder weggelogen, wie bei mir.

Amands Diät ist nicht dauerhaft gedacht. Sie ist geeignet die Symptome der Hypoglykämie, der Insulinresistenz und bei Diabetes (nur unter ärztlicher Aufsicht) schnell verschwinden zu lassen und bei Bedarf an Gewicht zu verlieren. Vorausgesetzt, man mogelt nicht. Nach 2-3 Monaten können langsam wieder Kohlenhydrate zugeführt werden. Auf Zucker und Weißmehl muss dauerhaft verzichtet werden. Wieviel und welche Kohlenhydrate man essen kann, macht Amand an wiederkehrenden Symptomen fest. Die Orientierung an wiederkehrenden Symptomen war mir zu ungenau und ich begann, mit gutem Erfolg, im Blutzucker auszumessen, wieviel Kohlenhydrate und welche ich vertrage.

Fazit 1: Fast alle Fibromyalgie-Betroffene zwischen 40 plus/minus fünf Jahre haben Störungen im Blutzuckerstoffwechsel. Es kann auch in jüngeren Jahren vorkommen, aber seltener. Hypoglykämie, Dysglykämie (Blutzuckerschwankungen hoch und tief) und Hyperglykämie(Insulinresistenz) sind Störungen des Blutzuckerstoffwechsels, die von der Schulmedizin übersehen werden, aber für heftige Fibromyalgie-Symptome sorgen. Bitte nehmt diese Blutzuckerstörungen ernst, denn kein Arzt wird sich darum kümmern. Diese Erkenntnis von Dr. Amand ist eine Atombombe und ich hoffe sehr, ihr hört den Knall. Jüngere Betroffene können mit Verzicht auf Weißmehl und Zucker, diese Entwicklung aufhalten. Hypoglykämie-Dysklyämie-Insulinresistenz-Diabetes, so ist der Verlauf.

Fazit 2: Die Hypoglykämie-Symptome beginnen bei den meisten Betroffenen schon um 70-60 + mg/Deziliter und nicht, bei 50 mg/Deziliter, wie es im Lehrbuch steht. Jeder Mensch hat seine eigene Blutzuckerwertspanne, in der er sich wohlfühlt. Wird diese unter- oder überschritten, bzw. durch Blutzuckerschwankungen einer Achterbahnfahrt ausgesetzt, treten Symptome der Fibromyalgie auf.

Fazit 3: Rasche Hilfe verspricht die Diät, in der nicht gemogelt werden darf, von Dr. Amand über 2-5 Monate, ja nach Länge der Krankheitsdauer. Danach können je nach Verträglichkeit, Kohlenhydrate langsam wieder zugeführt werden. Die Verträglichkeit der Kohlenhydrate sollte nicht nach den wiederkehrenden Symptomen, sondern genauer im Blutzucker gemessen werden. Ihr braucht dafür ein Blutzuckergerät, Lanzetten und Teststreifen. Wie das geht, findet ihr in meinem Blog. Die angegebenen Werte sind Richtlinien nach der Funktionellen Medizin, die das Problem mit den falschen Normwerten auch herausgefunden hat.

http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/kohlenhydratvertraeglichkeit-testen/