DIAGNOSE FIBROMYALGIE: HILFE ZUR SELBSTHILFE

Folge 1: Hilfe zur Selbsthilfe

Die folgenden Artikel bauen aufeinander auf, mit dem Ziel, euch schrittweise in das Thema Fibromyalgie mitzunehmen und Selbsthilfe anzubieten. Im Laufe der Artikel erfahrt ihr, was hinter eurer Fibromyalgie stecken könnte und was dagagen zu tun ist. Ich habe mehrere Ursachen der Fibromyalgie-Symptome gefunden, die therapierbar sind. Aber eure Mitarbeit ist unerlässlich. Mein Wissen basiert auf Publikationen von Ärzten, Wissenschaftlern und eigenen Erfahrungen mit der Krankheit. Auf weitere Artikel verweise ich mit einem Link, die ihr auch gerne kommentieren könnt. Bitte immer von unten nach oben lesen. Die neuesten Artikel kommen zu erst.

Nach 35 Jahren Elend und Leid, erhielt ich 2007 die Diagnose Fibromyalgie. Zunächst war ich erleichtert. Endlich wusste ich, was mit mir los war und die Ärzte würden schon wissen, was zu tun sei. „Du wirst sehen, dass ist es auch nicht“, unkte mein Freund. Aber so leicht ließ ich mir meine Fibromyalgie nicht nehmen. Ich verteidigte meine Diagnose wie eine Löwin. Wer es nicht selbst kennt, weiß nicht, wie schlimm es ist, ständig krank zu sein, keine Diagnose zu haben und keine Hilfe zu erhalten! Doch er sollte Recht behalten!

Ich tat, was alle Betroffenen tun!Ich recherchierte im Internet nach Ärzten, die sich mit dieser Krankheit  auskennen. Zu meinem Erstaunen fand ich nicht einen Arzt. In Büchern informierte ich mich Fibromyalgie, die 2007 noch sehr übersichtlich waren. Dr. Weiss, ein Vertreter der Schmerztheorie, sagte mir nicht zu. Seine empfohlenen Medikamente standen schon lange in meinem Medizinschrank, ohne eine anhaltende Wirkung erzielt zu haben. Seine physiotherapeutischen Maßnahmen, hatte ich ebenso schon vergeblich hinter mich gebracht.

Prof. Bauers Operationsmethode überzeugte mich auch nicht. Bauer hatte Ablagerungen an den Akupunktur-Punkten gefunden, die er für die Ursache der Fibromyalgie hält. Der Arzt überzeugte mich noch weniger. Ich wollte mit ihm über sein Buch sprechen, er wollte mir vier Operation verkaufen. Bauer war derzeit sehr umstritten und ganz freiwillig war er mit seiner Privatpraxis nicht in die Schweiz umgezogen.

Die Guaifenesin Therapie von Dr. Amand mit seiner Phosphat-Theorie überzeugte mich eher. Eisern zog ich seine komplizierte Therapie drei Jahre durch. Am Anfang hatte ich eine merkliche Besserung zu verzeichnen, aber lange nicht genug, um nur halbwegs gesund zu sein. Den gefürchteten Fibro-Nebel bekam ich zwar nie wieder, aber meine verbliebenen Symptome verschlechterten sich weiter. Ich wurde arbeitsunfähig! Mein Bewegungsradius vollzog sich zwischen Bad, Küche und Bett. Das passiert doch nur den anderen, dachte ich. Aber jetzt war es auch mir passiert.

Dann kam endlich der Wendepunkt. Nicht bei meiner Fibromyalgie, sondern in meinem Kopf und Bauch. Plötzlich verstand ich, dass es weltweit keinen Arzt gab, der wusste, was Fibromyalgie wirklich ist und wie man sie therapieren könnte!

Das war eine schockierende Erkenntnis, denn jetzt war auch das letzte Fünkchen Hoffnung unwiederbringlich verloren. Keine Perspektive, keine Hoffnung, zu haben endet rückhaltlos in einer unheilvollen Depression. Für mich gab es nur noch die Flucht nach vorne: Ich MUSSTE das Rätsel der Fibromyalgie lösen und die Ursache finden. Um mich gesunder zu fühlen und wieder leben zu können. Vertiefende Informationen zu diesem Artikel findet ihr nach den Literaturangaben!

Literaturangabe: Dr. Thomas Weiss. Alle Bücher, bitte googeln, es sind zu viele.

Prof. Dr. Johann Bauer: Fibromyalgie: Heilung ist möglich. Weltbild Verlag; Ausgaben 2006, 2007

Dr. Amand & Claudia Craig Marek: Fibromyalgie: Die revolutionäre Behandlungsmethode, durch die man vollständig Beschwerden frei werden kann. Books on Demand GmbH Norderstedt. Deutsche Ausgaben 2005, 2009

Vertiefende Informationen zu diesem Artikel findet ihr hier: http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/category/permalink-httpwww-psycho-therapie-fibromyalgie-comdiagnose-fibroas-kommt-jetzt-2/

Fibromyalgie, ein Leben im Alarmzustand

Schmerz- oder Stressverarbeitungsstörung?

Der Körper von Fibromyalgie-Betroffenen befindet sich ständig im Allarmzustand, da ihre Stresshormone nicht herunter fahren können.

Die Frage: „was ist Fibromyalgie?“ beantwortet die Schmerztheorie mit: „Der Schmerz ist die Krankheit“. Ursache sei eine Störung der Schmerzverarbeitung. Der nicht verarbeitete Schmerz tauche dann als „Flashback“ grundlos und wahllos an anderen Körperstellen auf. Es wird von einer Art Phantomschmerz ohne erkennbare Ursache ausgegangen.

Kommt der Schmerz vom Nervensystem, befällt er den ganzen Körper. Im oberen Nacken, im Oberbauch und im unteren Rücken befinden sich Nervengeflechte, die über den ganzen Körper Schmerzen ausstrahlen können, ohne dass ein in der Nähe liegendes Organ krank ist.

Doch was hält die Nervenschmerzen aufrecht, warum kommt das Nervensystem bei Fibromyalgie nicht zur Ruhe? So wie bei anderen, die einen Hexenschuss oder steifen Hals in wenigen Wochen wegstecken können? Warum lassen sich die Muskelverspannungen nach einigen Massagen nicht lösen?

Es ist Stress, der den Körper in einen dauerhaften Alarmzustand versetzt. Stress wird hormonell gesteuert, eng verbunden mit dem Nervensystem. Gelingt das Abschalten der Stressreaktion nicht, arbeiten Stresshormone und Nervensystem auf Hochtouren. Die bekannten Funktionsstörungen stellen sich ein: der Schlaf ist nicht mehr erholsam, die Belastbarkeit lässt nach, die Verdauung macht was sie will, die Muskeln verspannen und Schmerz und Erschöpfung breiten sich aus.

Geht man von einer Stressverarbeitungsstörung statt einer Schmerzverarbeitungsstörung aus, kommt man den Ursachen der Fibromyalgie sehr viel näher. Je länger der Körper in dem dauerhaften Alarmzustand ist, desto mehr Funktionen geraten außer Kontrolle. Erst nur zeitweise, später chronisch.

Um die Fibromyalgie stoppen zu können, stellt sich hier die entscheidende Frage: „Was bringt die Stresshormone und das Nervensystem derart in Wallungen, dass die Steuerung versagt?

Die Auslöser der Fibromyalgie sind körperlicher und psychischer Stress in Form von Krankheiten, Unfällen, Operationen, Überforderungen, Todesfälle, schwere Kindheit etc. Das aber erleben viele Menschen und bekommen keine Fibromyalgie.

Demnach muss bei Fibromyalgie mehr als Stresshormone und Nervensystem außer Kontrolle sein. Es ist das Immunsystem, das untrennbar mit Hormonen und Nerven verbunden ist.

Wenn Du Fibromyalgie hast, bist Du ernsthaft krank! Nur Du kannst Dir helfen

Jeder Fibromyalgie Ratgeber betont, wie wichtig Selbstverantwortung und Eigeninitiative der Betroffenen für eine Verbesserung der Erkrankung sind. Jeder Betroffene kommt irgendwann zu dem Schluss, dass er sich nur selber helfen kann. Aber wie soll das gehen?

Da Fibromyalgie schleichend, in Schüben und mehreren Phasen verläuft, ist es zunächst einmal wichtig, zu verstehen, dass Du wirklich krank bist. Zu Beginn der Erkrankung ist das nicht leicht. Schubfreie Zeiten, in denen es besser geht, nähren die Hoffnung eigentlich nicht wirklich krank zu sein. Dann folgen Zeiten schmerzhafter Schübe mit vielfältigen Symptomen. Du fühlst Dich elend und sterbenskrank. Auf der Suche nach Hilfe triffst Du auf Unverständnis oder hilflose Ärzte. Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung machen sich breit. Bis es wieder von selbst besser wird, und Du hoffst … dieser Teufelskreis kann Jahre dauern.

Diese unterschiedlichen gesundheitlichen Zustände und Gefühle verunsichern und zerreißen die Betroffenen. Du kannst zeitweise nicht einschätzen, ob Du wirklich und wenn wie schwer erkrank Du bist oder nicht. Entsprechend verhälst Du Dich auch. Die Krankheit wird zeitweise geleugnet, Du versuchst Deinen Verpflichtungen nachzukommen wie ein Gesunder. Betroffene weigern sich oft Medikamente zu nehmen, bis es nicht mehr geht. Und wenn es nicht mehr geht, muss Du nicht selten um Krankschreibungen und später um Erwerbsminderung, Schwerbehinderung und Frührente kämpfen.

Je früher Du gegen jede Widrigkeit erkennst, dass Fibromyalgie eine ernsthafte körperliche Erkrankung ist, desto selbstverantwortlicher kann Du ihr begegnen. Nur wenn Du in Kopf und Bauch verstanden hast, dass Du körperlich krank bist, kannst Du Dich  entsprechend verhalten. Erst wenn die eigene Schonung dem Leistungsprinzip weicht, wenn notwendige Medikamente akzeptiert werden, wenn der Erkrankung entsprechende Verhaltensveränderungen umgesetzt sind, kann von Eigeninitiative und Selbstverantwortung die Rede sein.

Zur Eigeninitiative gehört auch nach neuen Erkenntnissen und Therapien zu suchen, sich selbst nicht aufgeben und ausprobieren was hilfreich erscheint.

Die Forschung steht nicht still, auch wenn es manchmal so scheint!

Fibromyalgie: Stress, Darm und Autoimmunerkrankungen

In den letzten Beiträgen habe ich dargestellt, wie krankheitsbedingter und emotionaler Stress Hormone und Stoffwechsel durcheinander wirbeln können. Und wie sich die Symptome der Fibromyalgie nach einander entwickeln. Jede weitere Störung produziert neue Symptome! Nebenniere, Schilddrüse, Blutzucker sind am häufigsten betroffen.

Stress schädigt auch den Darm und das Immunstem!

70% des Immunsystems befindet sich im Darm. Zu den frühen Fibromyalgie Beschwerden gehören Magen- und Darmprobleme. Durch Antibiotika, Magensäurebocker, Diclofenac, Dauerstress, falsche Ernährung, Infektionen usw. kommt zunächst das Gleichgewicht der Darmflora aus dem Takt.

Schädliche Darmbakterien überwuchern die nützlichen Darmbakterien. Das Immunsystem wird irritiert und es kommt zu entzündlichen Reaktionen der Darmschleimhaut. Wird dies ein Dauerzustand, kommt es zu einer Dauerüberregung der Darmnerven. Schließlich folgt eine Schädigung der Darmschleimhaut im Dünndarm.

Das Leaky-Gut-Syndrom entsteht.
Die Darmschleimhaut bekommt Löcher. Jetzt können Bakterien, Viren, Gifte, Fettsäuren, Nahrungsmittelpartikel ungehindert in die Blutbahn kommen und im ganzen Körper Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Den bekannten Magen-Darm-Beschwerden folgen weitere Symptome, die nicht mit dem Darm in Verbindung gebracht werden. Allergien, Migräne, Kreislauf, Rheuma und weitere Autoimmunerkrankungen sind die Folgen.

2008 konnte Sprotter in einer Studie nachweisen, dass FMS-Betroffene gehäuft eine Barriere Störung der Dünndarmschleimhaut aufweisen. Bei Autoimmunkrankheiten geht man von nahezu 100% aus.

 

Fibromyalgie, Stress, Hormone und Stoffwechsel

Ein Hauptauslöser von Fibromyalgie ist langer chronischer Stress. Es kann sich um emotionalen Stress und/oder körperlichen Stress (Krankheiten, Unfälle) handeln. Auch Gifte wie Rauchen oder Alkohol bedeuten Stress.
Nicht zu vergessen die positiven Aufregungen wie der Traummann, das Traumhaus, der Traumjob.

Welche Art von Stress, ist dem Körper egal. Die Stresshormone springen an. Besteht Dauerstress, kann der Körper nicht mehr zur Ruhe kommen und wird krank.

Im weiteren Verlauf werden durch die Dauerüberforderung weitere Hormonachsen wie z.B. der Gehirnstoffwechsel und der Blutzucker aus dem Gleichgewicht gebracht. In welcher Reihenfolge ist individuell.
Spielen mehrere Hormonachsen verrückt, sind verschiedene Stoffwechselstörungen die Folge.

Im Fokus stehen hier die Stoffwechselstörungen, die eng mit Hormonen zusammenhängen, wie Diabetes und die Schilddrüsen Unter- oder Überfunktion. Aber auch Autoimmunerkrankungen können entstehen oder schon vorhanden sein. Sehr früh treten Magen-Darm-Probleme auf.

Je mehr der Körper aus dem Gleichgewicht kommt, desto mehr und unterschiedliche Symptome treten auf. Kommt ein Schmerzschub, folgt eine Kettenreaktion von unterschiedlichen Symptomen, die sich immer schwerer beruhigen. Jedenfalls im fortgeschrittenen Stadium.