Stress und andere Ursachen der Fibromyalgie

Viel Zeit ist vergangen seit 1990, als Fibromyalgie von einer psychischen Störung zu einer organischen Erkrankung wechselte. Was ist inzwischen passiert?

Da Schmerzen im Vordergrund stehen, hat sich die Schmerztheorie durchgesetzt. Sie geht davon aus, dass eine Schmerzverarbeitungsstörung vorliegt, die erworben wurde. Jahre später konnten Störungen im Serotoninstoffwechsel und der Stresshormone nachgewiesen werden.

Sind das die Ursachen der Fibromyalgie? Wohl kaum, denn Schmerzmittel, Antidepressiva und Stressbewältigungsprogramme halten die Erkrankung nicht auf. Die Ärzte behandeln Fibromyalgie symptomatisch und niemand scheint mehr nach den Ursachen zu fragen.

Der Schein trügt zum Glück. In den ärztlichen Praxen ist es um die Fibromyalgie tatsächlich ruhig geworden, nicht aber in der Wissenschaft. Hier gibt es neue Erkenntnisse, die den Weg in die Arztpraxen bekanntlich nur zögerlich finden.

Fehlsteuerungen im Hormon-, Nerven- und Immunsystem stehen im Mittelpunkt der Ursachenforschung. Hier ein vereinfachtes Beispiel für das Zusammenspiel dieser Systeme:
Kommen wir unter Stress, werden unsere Stresshormone aktiviert. Ist der Stress beendet, sinken die Stresshormone normalerweise wieder ab. Nicht bei Fibromyalgie, denn die Stressreaktion kann hier nicht angemessen beendet werden.

Der An- und Ausschalter einer Stressreaktion befindet sich im Nervensystem, das offensichtlich nicht regulieren kann. Das übersteuerte Hormonsystem wirkt sich auf Dauer fatal auf das Gleichgewicht der Immunzellen aus. Das Immunsystem reagiert irritiert und greift körpereigenes Gewebe an. Entzündungsreaktionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Autoimmunerkrankungen sind die Folge.

Die Lösung für Fibromyalgie heißt, mögliche Autoimmunerkrankungen aufzuspüren, hormonelle Störungen zu regulieren und ein irritiertes Immunsystem zu beruhigen. Wie das funktioniert, wissen Heilpraktiker und Naturheilkundler besser als die Schulmedizin.

Dennoch, ich bin kein Freund von Extremen! Sind Medikamente notwendig, ist die Schulmedizin gefragt. Geht es darum, den Chemiebaukasten Körper mit der Nahrung zu beeinflussen, ist die alternative Medizin der bessere Berater. Sind Verhaltensänderungen angezeigt, helfen therapeutische Verfahren.