HYPOGLYKÄMIE UND FIBROMYALGIE

Exkurs zu Folge 3

DIE ROLLE DER UNTERZUCKERUNG, BLUTZUCKERSCHWANKUNGEN UND DIABETES BEI FIBROMYALGIE

DIAGNOSE HYPOGLYKÄMIE

Bitte stellen Sie sich die Diagnose Fibromyalgie als einen großen Suppentopf vor, indem mehr als 130 Symptome umherschwimmen, die der Fibromyalgie zurechnet werden. Amand hat festgestellt, dass viele dieser Symptome (ca. 30), der Hypoglykämie, der Insulinresistenz und dem Diabetes zugeordnet werden können, die mit einer kohlenhydratarmen Diät verschwinden. Das heißt auch, dass etliche Symptome aus dem Suppentopf der Fibromyalgie verschwinden. Sie gehören nicht zur „Fibromyalgie“, sondern zu Erkrankungen des Blutzuckerstoffwechsels, die gut behandelbar sind.

Die Diagnose Hypoglykämie wird gestellt, wenn der Blutzucker während eines fünfstündigen Blutzuckerbelastungstest unter 50 mg/Deziliter fällt. Die Hypoglykämie zeigt sich, sofern sie da ist, in der vierten Stunde, mit einem krassen Blutzuckerabfall unter 50 mg/Deziliter. Der Normwert des Blutzuckers liegt zwischen 70-100 mg/Deziliter. So die Lehrmeinung.

In der Praxis beobachtete Dr. Amand, dass die meisten Fibromyalgie-Betroffenen über die Symptome der Hypoglykämie klagten, aber im Belastungstest noch einen Blutzucker zwischen 60-70 mg/Deziliter hatten. 58 mg/Deziliter war der niedrigste Wert, den Amand messen konnte, denn unser Körper hat ein Notfallaggregat. Sinkt der Blutzucker zu schnell und stark ab, wird der Körper mit Adrenalin überflutet, das den Blutzuckerspiegel sekundenschnell hebt, was aber mit heftigen Symptomen wie Zittern, Angst oder Panik einhergeht.

Dieser Adrenalinschub stimmt aber nicht mit einem bestimmten Blutzuckerwert überein, sondern kommt bei jeder Person zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt. Amand folgerte daraus, dass jeder Mensch seinen eigenen Wohlfühl-Blutzuckerwert hat, der nicht unterschritten werden darf, da sonst die Symptome der akuten Hypoglykämie auftreten. Seitdem orientiert sich Amand nicht mehr nach den Zuckerwerten, sondern nach den Symptomen.

An mir hätte Dr. Amand seine helle Freude gehabt, denn nach der vierten Stunde meines Belastungstests war mein Blutzucker 44 mg/Deziliter. Zehn Minuten später kämpfte ich gegen eine Ohnmacht an, die nur mit einem Glas Fruchtsaft verhindert werden konnte. Die erschrockenen Laborantinnen hatten so etwas nach 33 Jahren Berufspraxis noch nicht erlebt, aber die DKD Wiesbaden bescheinigte mir einen intakten, unauffälligen Blutzuckerstoffwechsel. „Das passiert fast jedem“, wurde mir beruhigend erklärt. Eine glatte Lüge, wie Amands Erkenntnisse und die Reaktion der Laborantinnen belegen. Ohne die Diät von Amand, wäre ich auf ca. 30 meiner Symptome sitzen geblieben. Die Hypoglykämie nach Lehrbuch kann nur sehr selten nachgewiesen werden, ist in den Köpfen der Ärzte nicht präsent, wird verharmlost, ignoriert oder weggelogen, wie bei mir.

Amands Diät ist nicht dauerhaft gedacht. Sie ist geeignet die Symptome der Hypoglykämie, der Insulinresistenz und bei Diabetes (nur unter ärztlicher Aufsicht) schnell verschwinden zu lassen und bei Bedarf an Gewicht zu verlieren. Vorausgesetzt, man mogelt nicht. Nach 2-3 Monaten können langsam wieder Kohlenhydrate zugeführt werden. Auf Zucker und Weißmehl muss dauerhaft verzichtet werden. Wieviel und welche Kohlenhydrate man essen kann, macht Amand an wiederkehrenden Symptomen fest. Die Orientierung an wiederkehrenden Symptomen war mir zu ungenau und ich begann, mit gutem Erfolg, im Blutzucker auszumessen, wieviel Kohlenhydrate und welche ich vertrage.

Fazit 1: Fast alle Fibromyalgie-Betroffene zwischen 40 plus/minus fünf Jahre haben Störungen im Blutzuckerstoffwechsel. Es kann auch in jüngeren Jahren vorkommen, aber seltener. Hypoglykämie, Dysglykämie (Blutzuckerschwankungen hoch und tief) und Hyperglykämie(Insulinresistenz) sind Störungen des Blutzuckerstoffwechsels, die von der Schulmedizin übersehen werden, aber für heftige Fibromyalgie-Symptome sorgen. Bitte nehmt diese Blutzuckerstörungen ernst, denn kein Arzt wird sich darum kümmern. Diese Erkenntnis von Dr. Amand ist eine Atombombe und ich hoffe sehr, ihr hört den Knall. Jüngere Betroffene können mit Verzicht auf Weißmehl und Zucker, diese Entwicklung aufhalten. Hypoglykämie-Dysklyämie-Insulinresistenz-Diabetes, so ist der Verlauf.

Fazit 2: Die Hypoglykämie-Symptome beginnen bei den meisten Betroffenen schon um 70-60 + mg/Deziliter und nicht, bei 50 mg/Deziliter, wie es im Lehrbuch steht. Jeder Mensch hat seine eigene Blutzuckerwertspanne, in der er sich wohlfühlt. Wird diese unter- oder überschritten, bzw. durch Blutzuckerschwankungen einer Achterbahnfahrt ausgesetzt, treten Symptome der Fibromyalgie auf.

Fazit 3: Rasche Hilfe verspricht die Diät, in der nicht gemogelt werden darf, von Dr. Amand über 2-5 Monate, ja nach Länge der Krankheitsdauer. Danach können je nach Verträglichkeit, Kohlenhydrate langsam wieder zugeführt werden. Die Verträglichkeit der Kohlenhydrate sollte nicht nach den wiederkehrenden Symptomen, sondern genauer im Blutzucker gemessen werden. Ihr braucht dafür ein Blutzuckergerät, Lanzetten und Teststreifen. Wie das geht, findet ihr in meinem Blog. Die angegebenen Werte sind Richtlinien nach der Funktionellen Medizin, die das Problem mit den falschen Normwerten auch herausgefunden hat.

http://www.psycho-therapie-fibromyalgie.com/kohlenhydratvertraeglichkeit-testen/